Online Kündigen

Vertrag, Mitgliedschaft, Abo kündigen & Kirchenaustritt.
Bei Problemen automatisch zur Schlichtungsstelle. Alles kostenlos.

Alle Details

Häufige Fragen

Online-Kündigen ist einfaches Kündigen von Verträgen, Mitgliedschaften und Abos über das Internet. Online-Kündigen ermöglicht:

  • Kündigen eines Vertrags (z.B. mit Handy-Firmen, Strom-Lieferanten usw.)
  • Stornieren einer Versicherung
  • Austreten aus einer politischen Partei
  • Mitgliedschaft bei einer Gewerkschaft beenden
  • Abmelden von GIS/ORF (Rundfunkgebühren, TV und Radio)
  • Konto auflösen/schließen
  • Abo (Abonnement) abbestellen
  • Bausparvertrag auflösen
  • Dauerspende (Patenschaft) beenden
  • Austritt aus einem Verein

Online-Kündigen ist eine Privat-Initiative von Thomas Landauer aus Wien. Website: www.landauer.at

Online-Kündigen ist nicht die „Kündigungs-Abteilung“ der gelisteten Empfänger. Online-Kündigen ist ein komplett eigenständiges Projekt, das mit all diesen Firmen, Vereinen, Ämtern, Organisationen überhaupt nichts zu tun hat. Die Empfänger haben nicht zugestimmt, dass sie auf Online-Kündigen eingetragen sind. Auch sonst besteht keinerlei Vertragsverhältnis zwischen Online-Kündigen und den Empfängern.

Online-Kündigen erstellt zuerst ein PDF mit dem richtigen Kündigungstext. Dieses Schreiben können Sie dann wahlweise herunterladen und selbst abschicken (z.B. per Post oder Fax). Oder Sie unterschreiben es online auf eine der folgenden Arten:

  • Mit einem Stift oder Finger direkt am Bildschirm
  • Indem Sie Ihre Papier-Unterschrift abfotografieren oder einscannen und hochladen
  • Mit Handy-Signatur

Danach können Sie die Kündigung direkt von der Online-Kündigen-Website als E-Mail abschicken (die richtige E-Mail-Adresse ist schon hinterlegt).

Siehe auch: Wie geht es nach Abschicken der Kündigung weiter?

Ja, Online-Kündigen ist absolut kostenlos. Ich freue mich jedoch über eine Spende :-)

Kurze Antwort: Fast immer.

Längere Antwort: Große Firmen bekommen unzählige E-Mails pro Tag. Da kann es natürlich vorkommen, dass eine übersehen wird. (Das gilt aber auch für Briefe, selbst für eingeschriebene Briefe.)

Wie hilft mir Online-Kündigen bei Problemen?

  • Falls der Empfänger überhaupt nicht auf Ihre Kündigung reagiert, können Sie sie die gespeicherte Kündigung mit einem Klick nochmal schicken.
  • Falls das auch nichts hilft (oder der Empfänger Ihre Kündigung explizit ablehnt), können Sie den Fall ebenfalls mit einem Klick an die zuständige Schlichtungsstelle übergeben.

Siehe auch:

E-Mails werden verschickt, indem zwei Mail-Server miteinander „reden“ (die Sprache heißt SMTP): Der Absender schickt eine Abfolge von Befehlen, auf die der Empfänger jeweils mit einer Bestätigung antwortet. Wenn er ganz am Schluss „OK“ sendet, heißt das, dass er die E-Mail erfolgreich entgegengenommen hat. Hier ein Beispiel: 250 2.0.0 Ok: queued as A01B05402F Die Nummer am Schluss ist die sogenannte „Queue-ID“ – sozusagen die „Eingangsnummer“ dieser E-Mail. Online-Kündigen speichert diese ganze Zeile als Beweis dafür, dass die E-Mail tatsächlich angekommen ist.

Sie können sie im Menüpunkt „Meine Daten“ jederzeit herunterladen („Bericht zur Kündigung“).

P.S.: Dass eine Firma tatsächlich behauptet, die E-Mail nicht bekommen zu haben, passiert in der Praxis nur ganz selten.

Aber was passiert, wenn der Empfänger die E-Mail mit meiner Kündigung nie liest?

Das ist egal! Im Juristendeutsch bezeichnet man eine Kündigung als „empfangsbedürftige Willenserklärung“ (siehe z.B. Oberster Gerichtshof). Mit anderen Worten: Es ist egal, ob der Empfänger die Kündigung liest – entscheidend ist einzig und allein, ob er sie bekommen hat.
Das ist auch einleuchtend: Wenn Sie z.B. einen Strafzettel geschickt bekommen, können Sie ihn auch nicht einfach wegschmeißen und dann sagen „Hab’ ich nie gelesen…“

Aber was ist, wenn die E-Mail im Spam-Ordner landet?

Auch das ist egal! Eine E-Mail gilt nämlich als zugestellt, sobald sie der Mail-Server des Empfängers entgegengenommen hat. Dazu gibt es zwei Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs (2Ob108/07g und 10Ob28/11g).
Das ist ebenfalls einleuchtend: Der Empfänger ist selbst dafür verantwortlich, wie er seinen Spam-Filter einstellt – das ist nicht Ihr Problem.

Fazit: Sobald Sie die Kündigung über Online-Kündigen abschicken, gilt sie. Falls der Empfänger tatsächlich nicht reagiert, können Sie mit Online-Kündigen den Fall direkt an die zuständige Schlichtungsstelle übergeben.

Siehe auch: Mythos: Kündigungen schickt man am besten mit einem eingeschriebenen Brief

  • Sie bekommen von Online-Kündigen sofort eine automatische E-Mail mit einem Link. Sobald Sie vom Kündigungs-Empfänger eine Antwort bekommen, klicken Sie bitte auf diesen Link.
  • Wenn Sie nach ein paar Tagen noch keine Antwort bekommen haben, schickt Ihnen Online-Kündigen automatisch eine weitere E-Mail. Darin haben Sie die Möglichkeit, die gespeicherte Kündigung gleich noch einmal abzuschicken.
  • Wenn auch das nichts bringt, bekommen Sie von Online-Kündigen eine weitere automatische E-Mail mit der Möglichkeit, den Fall an die Schlichtungsstelle zu übergeben.

Siehe auch: Was sind Schlichtungsstellen?

Schlichtungsstellen sind unabhängige Vermittler für Streitigkeiten zwischen Konsumenten und Firmen. Anders als Gerichte arbeiten sie schnell und unbürokratisch – und vor allem kostenlos. Firmen sind zwar rechtlich nicht verpflichtet, auf die Schlichtungsstelle zu hören – in der Praxis tun das aber die meisten. Es gibt mehrere Schlichtungsstellen:

  • RTR staatlich anerkannte verbraucherschlichtungsstelle
    RTR: Die „Telekom-Schlichtungsstelle der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH“ ist zuständig für Handy-Firmen. Sie wird von der RTR betrieben, die gleichzeitig staatliche Aufsichtsbehörde für alle Handy-Firmen ist. Website RTR
  • Verbraucherschlichtung staatlich anerkannte verbraucherschlichtungsstelle
    Verbraucherschlichtung: Die „Schlichtung für Verbrauchergeschäfte“ ist als „Auffangschlichtungsstelle“ für alle jene Themen zuständig, für die es keine eigene, spezialisierte Schlichtungsstelle gibt. Sie wird von einem eigenständigen Verein betrieben. Website Verbraucherschlichtung
  • Internet Ombudsmann staatlich anerkannte verbraucherschlichtungsstelle
    Internet Ombudsmann: Der Internet Ombudsmann ist speziell für Online-Geschäfte zuständig. Er wird von einem eigenständigen Verein betrieben. Website Internet Ombudsmann
  • Bankenschlichtung staatlich anerkannte verbraucherschlichtungsstelle
    Bankenschlichtung: Die „Gemeinsame Schlichtungsstelle der Österreichischen Kreditwirtschaft“ ist zuständig für Banken. Sie wird von der Wirtschaftskammer Österreich betrieben. Website Bankenschlichtung
  • E-Control staatlich anerkannte verbraucherschlichtungsstelle
    E-Control: Die „Schlichtungsstelle der Energie-Control Austria“ ist zuständig für Energieversorger (d.h. Strom- und Gas-Lieferanten). Sie wird von der E-Control betrieben, die gleichzeitig staatliche Aufsichtsbehörde für alle Energieversorger ist. Website E-Control
  • FMA
    FMA: Die Finanzmarktaufsicht (FMA) ist die staatliche Aufsichtsbehörde über alle Versicherungen und Banken. Sie betreibt eine Beschwerdestelle, an die man Probleme melden kann. Website FMA
  • Versicherungsverband
    Versicherungsverband: Der „Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs“ ist die Interessensvertretung der Versicherungen. Er betreibt eine Beschwerdestelle, die bei Problemen mit Versicherungen hilft. Website Versicherungsverband

Die Arbeit der Schlichtungsstellen ist im so genannten „Alternative-Streitbeilegung-Gesetz“ (AStG) geregelt. Zum Gesetz

Online-Kündigen hat ein eigenes System entwickelt, das Ihnen volle Kontrolle und Transparenz über Ihre persönlichen Daten gibt. Sie können jederzeit ganz einfach alle über Sie gespeicherten Daten einsehen und mit einem Klick löschen: Meine Daten

Ja. In Ihrem Browser können sie das daran erkennen, dass die Adresse online-kuendigen.at mit https beginnt und daneben ein Schloss-Symbol eingeblendet wird. Wenn Sie auf das Schloss klicken, können Sie genauere Informationen zum SSL-Zertifikat sehen.

Verschlüsselung der Handy-Signatur

Die Handy-Signatur ist mit einem <iframe> direkt vom Server von A-Trust (=Betreiber der Handy-Signatur) eingebettet. Der Online-Kündigen-Server ist daran gar nicht beteiligt – er bekommt nur das fix-fertig signierte PDF von A-Trust zurückgeliefert.
So können Sie das überprüfen: Klicken Sie bei der Handy-Signatur auf den Link „Eigenes Fenster“ (links unten). Daraufhin erscheint ein kleines Browser-Fenster. Beachten Sie in diesem Fenster die Adresszeile (https und das Schloss-Symbol).

Die einfachste Möglichkeit (ohne Drucker)

  1. Lassen Sie die andere Person auf einem leeren weißen Papier unterschreiben.
  2. Im Online-Kündigen-Formular klicken Sie auf „Ich möchte für jemand anderen kündigen“.
  3. Fotografieren Sie die Unterschrift mit Ihrem Handy und schicken sie als E-Mail an den Online-Kündigen-Server (genaue Anleitung steht im Formular).

Andere Möglichkeit (benötigt einen Drucker)

  1. Tagen Sie Name und Adresse der anderen Person ein.
  2. Laden Sie das Kündigungsschreiben ohne Unterschrift herunter und drucken Sie es aus.
  3. Lassen Sie die andere Person unterschreiben.
  4. Fotografieren (oder scannen) Sie das unterschriebene Kündigungsschreiben.
  5. Laden Sie im Online-Kündigen-Formular bei „Datei(en) mitschicken“ das Kündigungsschreiben hoch.
  6. Klicken Sie darunter auf „Ich schreibe die Kündigung für jemand anderen“ und schicken Sie die Kündigung online ab.
Der Trick: Das unterschriebene Kündigungsschreiben dient sozusagen als „Vollmacht“.

Falls Sie viele Kündigungen für die selbe Person brauchen:

  1. Erstellen Sie eine Vollmacht mit dem Wortlaut „Ich bevollmächtige Frau/Herrn XY, diverse Verträge für mich zu kündigen.“ und lassen sie von der anderen Person unterschreiben.

Kurze Antwort: Aktivieren Sie bei Online-Kündigen das Hakerl „Sonderkündigung“ und schreiben Sie bei „Zusätzliche Anmerkungen“: „Wegen Preiserhöhung“.

Längere Antwort: Wenn Ihr Vertragspartner (d.h. die Firma) den Vertrag zu Ihrem Nachteil ändert, haben Sie das Recht, eine Sonderkündigung (=außerordentliche Kündigung) mit sofortiger Wirkung auszusprechen. Einige Firmen tun zwar so, als hätten sie das Recht, ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) jederzeit nach Belieben abzuändern. So wird dann eine handfeste Preiserhöhung als unbedeutende AGB-Änderung verharmlost. Auch wenn sich die meisten Firmen weigern, es so klar auszusprechen, passiert dabei jedoch folgendes: In Wahrheit kündigt ja die Firma den ursprünglich geschlossenen Vertrag (=Leistung zum damals vereinbarten Preis). Gleichzeitig bietet sie Ihnen an, einen neuen Vertrag mit anderen Bedingungen abzuschließen. Diesem „Angebot“ können Sie natürlich widersprechen.

Bei Telefon-Verträgen (A1, T-Mobile, Drei & Co.):

Kurze Antwort: Wählen Sie in Schritt 2 die Option "Ich kündige: Folgendes", schreiben Sie in das Textfeld, was Sie kündigen möchten, und darunter einen kurzen Hinweis, wie z.B. "wegen Tariferhöhung".

Längere Antwort: Da Ihr Vertragspartner (=der Telefon-Betreiber) die Bedingungen einseitig ändert, haben Sie das Recht auf eine Sonderkündigung (= außerordentliche Kündigung). Schließlich ist es ja der Telefon-Betreiber, der den ursprünglich geschlossenen Vertrag (=Leistung zum damals vereinbarten Preis) nicht mehr einhalten will.

Juristische Grundlage: Zum Tragen kommt § 25 Absatz (2) und (3) Telekommunikationsgesetz (TKG), die entscheidende Passage lautet „[…] dass er berechtigt ist, den Vertrag bis zu diesem Zeitpunkt kostenlos zu kündigen.“

Nein, das geht bei Online-Kündigen leider nicht.

Aber mit der Bürgerkarte können Sie sich ganz leicht selbst eine Handy-Signatur freischalten. Das ist online in ein paar Minuten erledigt: https://www.handy-signatur.at/mobile/Aktivierung.aspx

Kurze Antwort: Die E-Mail mit der Kündigung wird von einer Online-Kündigen-Adresse abgeschickt. Wenn der Empfänger antwortet, kommt die Antwort aber direkt an Ihre E-Mail-Adresse.

Technische Details (siehe RFC 5322):

  • Envelope Sender (d.h. SMTP-Befehl MAIL FROM:): Online-Kündigen
  • Sender:-Header: Online-Kündigen
  • From:-Header: Online-Kündigen
  • Reply-To:-Header: Ihre tatsächliche E-Mail-Adresse. Damit gehen Antworten direkt an Sie.

Online-Kündigen richtet für jede Kündigung eine eigene E-Mail-Adresse ein. Beispiel: <123.5f8g45A@mail.online-kuendigen.at>

  • Dabei ist 123 die laufende Nummer der Kündigung
  • Und 5f8g45A ist ein zufälliger Code, um zu verhindern, dass die E-Mail-Adresse durch Ausprobieren erraten werden kann (Spamschutz).

Durch dieses System ist sichergestellt, dass jede E-Mail, die dort eintrifft, mit Ihrer Kündigung zu tun hat.

Manchmal kommt es nämlich vor, dass sich ein Kündigungs-Empfänger nicht an die Vorschriften hält (und den Reply-To:-Header ignoriert). In diesem Fall dient die Online-Kündigen-Adresse als „Auffangnetz“: Jede E-Mail, die dort hereinkommt, leitet der Online-Kündigen-Server sofort automatisch an Sie weiter; und Sie können sie auch jederzeit im Menüpunkt „Meine Daten“ ansehen.

Warum wird die E-Mail nicht gleich von meiner Adresse abgeschickt?

Das war früher so eingestellt. Aber es hat in der Praxis nicht gut funktioniert, weil einige Empfänger die Mail als Spam abgelehnt haben (weil sie ja tatsächlich nicht von Ihrem Mail-Server abgeschickt wurde, sondern von Online-Kündigen).

„Kündigungsfrist“ heißt der Zeitraum zwischen dem Aussprechen der Kündigung und der tatsächlichen Beendigung des Vertrages.

Beispiele:
  • Im Vertrag steht „Sie können jederzeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einem Monat kündigen“. Wenn Sie die Kündigung am 12. Mai abschicken, wird der Vertrag am 12. Juni beendet.
  • Im Vertrag steht „Sie können zu jedem Monatsletzten mit einer 1-monatigen Kündigungsfrist kündigen“. Wenn Sie die Kündigung am 12. Mai abschicken, wird der Vertrag am 30. Juni beendet. Das gilt auch, wenn Sie die Kündigung erst am 31. Mai abschicken.

Wann genau beginnt die Kündigungsfrist zu laufen?

Die Kündigungsfrist beginnt in dem Moment, wenn der Empfänger die Kündigung erhält (Juristendeutsch: „Eine Kündigung ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung.“) Bei einer E-Mail bedeutet das: Sobald die E-Mail am Mailserver des Empfängers eintrifft, d.h. im selben Moment, wenn Sie die E-Mail abschicken. Wann der Empfänger die Kündigung dann tatsächilch bearbeitet, ist dafür vollkommen irrelevant.

Siehe auch: Mythos: Kündigungen schickt man am besten mit einem eingeschriebenen Brief

Viele Verträge werden auf ein Jahr abgeschlossen, enthalten aber eine Klausel, dass sie sich danach automatisch um ein weiteres Jahr verlängern. Für Privatpersonen („Verbraucher“) ist so eine „stillschweigende Verlängerung“ nur dann gültig, wenn Sie die Firma am Jahresende explizit darauf hinweist. Im Klartext: Die Firma muss Ihnen eine Mitteilung schicken, dass Sie jetzt kündigen können, und sich der Vertrag sonst verlängern wird. In der Praxis machen das die meisten Firmen nicht. Wenn Sie also keine solche Erinnerung bekommen haben, kommt es darauf an:

  • Wenn Sie den Betrag für das nächste Jahr selbst eingezahlt haben, gilt das als Zustimmung zur Verlängerung. Dann können Sie nicht vorzeitig kündigen.
  • Wenn Sie noch nicht gezahlt haben oder die Firma den Betrag automatisch abgebucht hat, können Sie jederzeit mit sofortiger Wirkung kündigen. Klicken Sie dazu im Online-Kündigen-Formular bei „Angaben zur Kündigung“ auf „Sonderkündigung“. Da die Vertragsverlängerung ungültig war, muss Ihnen die Firma den neuen Jahres-Betrag zurückzahlen (zumindest anteilig).

Auch wenn Sie in vergangenen Jahren mit der stillschweigenden Verlängerung des Vertrages einverstanden waren, können Sie dieses Mal widersprechen.

Juristische Grundlage: § 6 Abs. (1) Ziffer 2. Konsumentenschutzgesetz (KSchG) Zum Gesetz

Der Kirchenaustritt ist in Österreich sehr eigenartig geregelt:
  • Man schickt den Austritt nicht gleich direkt an die Kirche, sondern an eine staatliche Behörde (die ihn dann an die Kirche weiterleitet).
  • Zuständig ist die Bezirkshauptmannschaft (bzw. Magistrat).
  • Es gibt keine einheitlichen Regeln, welche Unterlagen erforderlich sind. Das ist daher von Bezirk zu Bezirk verschieden.

Rechtlicher/historischer Hintergrund

Die gesetzliche Grundlage stammt aus dem Jahr 1868 (!). Im Gesetz vom 25. Mai 1868 (Reichsgesetzblatt 49/1868) heißt es in Artikel 6:
Damit jedoch der Austritt aus einer Kirche oder Religionsgenossenschaft seine gesetzliche Wirkung habe, muß der Austretende denselben der politischen Behörde melden, welche dem Vorsteher oder Seelsorger der verlassenen Kirche oder Religionsgenossenschaft die Anzeige übermittelt.
Ein halbes Jahr später wurden konkretere Durchführungsbestimmungen erlassen, in Form der „Verordnung der Minister des Cultus und des Innern vom 18. Jänner 1869“ (Reichsgesetzblatt 13/1869):
§. 1. Die zur Entgegennahme der Erklärung des Austrittes aus einer Kirche oder Religionsgesellschaft berufene politische Behörde ist die k. k. politische Bezirksbehörde (Bezirkshauptmannschaft) des Wohn- oder Aufenthaltsortes des Meldenden, und in jenen Städten, die eigene Gemeindestatute haben, die mit der politischen Amtsführung betraute Gemeindebehörde.
§. 3. Die Meldung muß bei der Behörde mündlich zu Protokoll gegeben, oder in einem an diese gerichteten, mit der Unterschrift des Austretenden versehenen Schriftstücke niedergelegt sein, und jene Angaben enthalten, die nöthig sind, um zu beurtheilen, wem sie zu übermitteln sei.
Offensichtlich haben übereifrige Beamte über die Jahrzehnte hinweg ohne jegliche Grundlage immer neue Hürden frei erfunden und immer mehr Unterlagen verlangt. (In § 3 ist nur von „Angaben“ die Rede, nie aber von „Unterlagen“). 1988 hat schließlich der Verwaltungsgerichtshof klargestellt (Geschäftszahl 88/10/0014):
Eine Formvorschrift, wonach der Austrittserklärung aus einer Kirche oder Religionsgesellschaft der Taufschein oder der polizeiliche Meldezettel anzuschließen wäre, besteht nicht (…).
Aber so schnell gibt sich der Amtsschimmel nicht geschlagen! Kaum 17 Jahre (!) später verschickt das Kultusamt im April 2005 ein Rundschreiben (GZ 7.830/3-KAc/04). Darin heißt es, dass ohne „schriftlichen Nachweis der Zugehörigkeit“ zur Kirche kein Austritt möglich ist. Das Verwaltungsgerichtshof-Urteil wird einfach dahingehend uminterpretiert, dass neben dem Taufschein (als „primärer Nachweis“) auch so genannte „subsidiäre Nachweise“ (z.B. Zahlungsaufforderung der Kirchenbeitragsstelle) zugelassen werden.
Wie es hinter den Kulissen gelaufen ist, lässt sich schon aus dem ersten Satz des Rundschreibens ablesen:
Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur teilt aufgrund gehäufter Anlassfälle [...] und in Akkordierung mit den größten Kirchen in Österreich wie folgt mit:
Das Ministerium hat also die (katholische?) Kirche gefragt, wie sie sich das vorstellt. Und die Kirche hat wahrscheinlich berichtet, dass es vereinzelt Fälle gegeben hat, wo doch glatt jemand aus der „falschen“ Kirche austreten wollte. Vermutlich ist man sich sehr schnell einig geworden, was am besten zu tun sei: Unterlagen! Nachweise! Dokumente! Nein, nein, hier geht es keinesfalls darum, den Schäfchen den Austritt möglichst hürdenreich zu gestalten. Die zusätzliche Bürokratie dient ja ausschließlich dem Wohle der Bürger; bezogen auf die „Falsch-Austritte“ heißt es:
dieser Umstand ist auch vom datenschutzrechtlichen Standpunkt als bedenklich einzustufen – noch dazu, da es sich um Daten der Religionszugehörigkeit handelt, welche unter erhöhtem Schutz stehende Daten im Sinne des Datenschutzgesetzes 2000 sind (sog. „sensible Daten“).
Die Bürger müssen also dringend davor geschützt werden, dass sie an eine Kirche, bei der sie gar nicht Mitglied sind, ihren Austritt melden. Denn dabei würde ja diese „falsche“ Kirche an „sensible“ Daten gelangen. Preisfrage: Welche Daten eigentlich? (Hinweis: Die Religionszugehörigkeit kann es nicht sein, weil die ist ja falsch – sonst würde die Austrittsmeldung ja eh an die richtige Kirche gehen.)

Zusammenfassung: In Österreich werden die Gesetze vom Parlament beschlossen, Aufgabe der Verwaltung (=Beamte) ist es, diese Gesetze anzuwenden. In diesem Fall hat aber die Verwaltung (einzelne Bezirkshauptmannschaften in Zusammenarbeit mit dem Kultusamt) schlicht und ergreifend neue Bestimmungen erfunden. Und zwar genau so, wie es sich die Kirche gewünscht hat.

Neuen Empfänger vorschlagen

Bitte geben Sie Firmenname, Website oder Anmerkungen ein
Ihre Nachricht konnte nicht abgeschickt werden
Danke für Ihre Nachricht
Neue Firma/Organisation
Website
Zusätzliche Anmerkungen
Ihre E-Mail-Adresse

Ich kann leider nicht jede Firma in Online-Kündigen aufnehmen – sonst wird die Empfänger-Liste unendlich lang.

Diese Arten von Firmen bitte nicht vorschlagen:

  • Alles, was gratis ist:
    • Web-Foren, Online-Plattformen usw.: Hier können Sie meist direkt auf der Website Ihren Account löschen.
    • Firmen, die Ihnen Kataloge/Spendenaufrufe/Newsletter schicken: Hier reicht meist eine einfache E-Mail, dass Sie nichts mehr bekommen möchten.
  • Rücktritt (von einer Online-Bestellung):
    • Erstens gibt es Webshops wie Sand am Meer.
    • Zweitens sind Online-Händler gesetzlich verpflichtet, Ihnen ein einfaches Formular für den Rücktritt zur Verfügung zu stellen.
  • Hausverwaltungen/Vermieter:
    • Erstens gibt es eine unüberschaubare Anzahl an (Privat-)Vermietern.
    • Zweitens funktioniert die Grundidee von Online-Kündigen („Kündigung ein Mal eintragen – der Rest läuft automatisch“) bei einer Wohnungskündigung sowieso nicht, weil ja meistens noch diverse Fragen zu klären sind (z.B. Schlüsselübergabe oder Kaution/Ablöse).
    • Und drittens will ich nicht einmal im Entferntesten etwas damit zu tun haben, falls bei diesem heiklen Thema (Wohnen!) vielleicht irgendein Missverständnis herauskommt.
  • Angebote, die sich ausschließlich an Firmen richten oder die so spezialisiert sind, dass sie nur eine Handvoll Kunden betreffen.
  • Job-Kündigung: Ihren Job können Sie bei Online-Kündigen natürlich auch nicht kündigen ;-)

Die größten Kündigungs-Irrtümer

Antwort: Nein! Um das zu erklären, betrachten wir zwei Fragen getrennt:

  • Was ist ein gutes Beweismittel?
  • Und was bringt dieses Beweismittel in der Praxis?

Was ist ein gutes Beweismittel?

Ein eingeschriebener Brief ist ein mittelmäßiges Beweismittel. Wirklich „wasserdicht“ ist nur ein Brief mit Rückschein, das hat der Oberste Gerichtshof schon zwei Mal entschieden (7Ob24/09v und 3Ob69/10h).

Zum Vergleich: Bei Online-Kündigen bekommen Sie die finale Antwort, mit der der Mail-Server des Empfängers bestätigt, die E-Mail entgegengenommen zu haben (siehe Wie kann ich beweisen, dass die E-Mail tatsächlich angekommen ist?). Dieses Beweismittel belegt nicht nur das Absenden, sondern gleichzeitig auch den Empfang der Kündigung. Eine E-Mail gilt nämlich als zugestellt, sobald sie der Mail-Server des Empfängers entgegengenommen hat – ob sie von dort tatsächlich gelesen wird (oder z.B. als Spam markiert), ist irrelevant. Auch dazu gibt es zwei Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs (2Ob108/07g und 10Ob28/11g).

Was bringt dieses Beweismittel in der Praxis?

Das ist die viel wichtigere Frage, denn: Das beste Beweismittel bringt’s nur dann, wenn Sie tatsächlich zu Gericht gehen! Und Hand aufs Herz: Wollen Sie wirklich prozessieren, wenn eine Firma Ihre Kündigung ignoriert?

Online-Kündigen ist also in erster Linie darauf ausgerichtet, Sie in der Praxis dabei zu unterstützen, dass Ihre Kündigung akzeptiert wird. Das beste Mittel dazu: ein Antrag bei der richtigen Schlichtungsstelle.
Siehe auch: Was sind Schlichtungsstellen?

P.S.: Dass eine Firma tatsächlich behauptet, die E-Mail nicht bekommen zu haben, passiert in der Praxis nur ganz selten.

P.P.S.: Es kommt auch vor, dass Firmen eingeschriebene Briefe „übersehen“.

Antwort: Nein! Im Prinzip reicht es, wenn Sie „Ich kündige.“ schreiben – es muss einfach Ihr Wille klar ersichtlich sein. Alles Zusätzliche schadet oft mehr, als es nützt: Jeder zusätzliche Satz erhöht die Gefahr, dass der Empfänger das Ganze leider „missversteht“ (z.B. nur als Beschwerde).
Daher sind unsere Textvorlagen bewusst sehr kurz und unmissverständlich gehalten.

Sonderfall Versicherungen

Versicherungen ticken ein bisschen anders – das liegt an ihren veralteten internen Strukturen: Dass Sie (als Kunde) direkt Kontakt mit der Versicherung aufnehmen, ist in deren System nämlich überhaupt nicht vorgesehen. Man erwartet, dass Sie schön brav Ihren zuständigen Außendienst-Mitarbeiter kontaktieren und der hat dann ein Formular für die Kündigung. Auf diesem Formular stehen die verschiedenen Kündigungsmöglichkeiten zum Ankreuzen (z.B. wegen Preiserhöhung, nach Schadensfall usw.). Wenn jetzt in der Zentrale plötzlich eine Kündigung ohne expliziten Grund hereinflattert, wählt die Versicherung natürlich das aus, was für sie am angenehmsten ist, nämlich die so genannte „Ablaufkündigung“ (sprich: Die Kündigung gilt erst irgendwann im Jahre Schnee). Diese „Uminterpretation“ ist (vorsichtig ausgedrückt) grenz-legal.

Online-Kündigen hat hier einen pragmatischen Zugang: Es bringt nichts, hier auf stur zu schalten, weil erstens würde die Kündigung dadurch nur verzögert, und zweitens müssen Sie irgendwann (spätestens vor Gericht) sowieso Ihr entscheidendes Argument anführen, warum Sie jetzt kündigen können. Daher zeigen wir Ihnen bei Versicherungskündigungen gleich alle Kündigungsmöglichkeiten zum Ankreuzen an.

Antwort: Nein! Als Sie den Vertrag abgeschlossen haben, haben Sie auch keine Kundennummer angeben müssen. Eine Kundennummer (oder Polizzennummer, Kartennummer, Vertragsnummer, Gerätenummer usw.) ist eine Nummer, die eine Firma intern für Sie vergibt – hinter Ihrem Rücken und ohne Ihre Zustimmung. Aus der Kündigung muss nur hervorgehen, wer Sie sind (d.h. Name und Adresse) und was Sie kündigen (z.B. Produktname oder „Alles“).

Tipp: Wenn Sie Ihre Kundennummer wissen, geben Sie sie an! Das erleichtert dem Empfänger, Sie im Computer zu finden – und eine rasche Abwicklung der Kündigung ist ja für alle Beteiligen vorteilhaft.

Aber wenn Sie Ihre Kundennummer nicht wissen, muss der Empfänger Ihre Kündigung natürlich trotzdem akzeptieren.

Antwort: Nein! Aussprechen können Sie eine Kündigung jederzeit. Aber wann sie tatsächlich in Kraft tritt, ist eine andere Frage – das kommt auf den Vertrag an. Ein Beispiel: Sie schließen ein Zeitungs-Abo für ein Jahr ab und kündigen es nach einem halben Jahr. => Der Verlag muss Ihre Kündigung akzeptieren, aber sie wird erst nach einem weiteren halben Jahr wirksam. Dann (also am Ende des vollen Jahres) müssen Sie nichts mehr tun – Sie haben ja schon gekündigt.

Siehe auch: Was bedeutet „Kündigungsfrist“?

Antwort: Nein! Im Prinzip reicht ein schlichtes „Ich kündige.“, weil dadurch jedem klar sein muss, dass Sie „jetzt“ meinen (und nicht etwa „in 5 Jahren“). Sie müssen also nicht selbst aus dem Vertrag heraussuchen, wann die Kündigung tatsächlich in Kraft tritt. Tipp: Wenn Sie unsicher sind, behalten Sie bei Online-Kündigen die vorgeschlagene Formulierung „Sofort (d.h. zum nächstmöglichen Zeitpunkt)“.

Aber sogar wenn Sie einen falschen Zeitpunkt angeben (also z.B. eine Kündigung für Ende März aussprechen, obwohl Sie erst mit Ende April kündigen können), ist die Firma verpflichtet, das als Kündigung für Ende April zu akzeptieren. Zu dieser so genannten „Konversion“ gibt es zwei Urteile des Obersten Gerichtshofs (7Ob210/03p und 7Ob272/04g).

Siehe auch: Was bedeutet „Kündigungsfrist“?

Antwort: Nein! Als Sie den Vertrag abgeschlossen haben, hat Sie ja auch niemand nach dem „Warum“ gefragt. Wenn Sie möchten, können Sie dem Empfänger natürlich gerne mitteilen, warum Sie gehen; bei Online-Kündigen gibt es dafür das Feld „Anmerkungen“. Das ist eine unverbindliche, freiwillige Zusatz-Auskunft. Selbst wenn Sie einen Grund angeben, der gar nicht stimmt (z.B. „doppelt so teuer wie die Konkurrenz“), gilt die Kündigung natürlich trotzdem.

Antwort: Nein! Wenn Sie Dinge bekommen haben, die im Eigentum der Firma verbleiben (z.B. TV-Receiver), dann müssen Sie diese natürlich zurückgeben. Das muss aber nicht gleichzeitig mit der Kündigung erfolgen – das eine hat mit dem anderen ja nichts zu tun. Konkret: Die Firma muss die Kündigung trotzdem akzeptieren, auch wenn Sie diese Gegenstände nicht sofort zurückbringen.

Zur Frage, wie die Rückgabe genau abgewickelt wird, schauen Sie bitte in Ihren Vertrag. Zur Firma hinbringen oder hinschicken müssen Sie die Gegenstände nämlich nur dann, wenn das explizit so im Vertrag steht. Ansonsten müssen Sie der Firma lediglich ermöglichen, sie bei Ihnen abzuholen.